
Herzschlagfinale für den GC Essen-Heidhausen
Essen – Das war nichts für schwache Nerven! Der GC Essen-Heidhausen ist durch eine starke Leistung am letzten Spieltag in der 2. Bundesliga West der Deutschen Golf Liga noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen, musste dafür aber bis zum allerletzten Schlag der Saison hoffen und bangen.
Am Ende hing der Klassenerhalt am Birdieputt von Max Pieck auf dem 18. Grün des GC Teutoburger Wald. Locht Pieck aus knapp eineinhalb Metern, schafft Essen den Klassenerhalt. Geht der Ball nicht ins Loch, stünde der Absturz in die Regionalliga.
Pieck, der unter der Woche noch bei den Dutch Junior Open auf einem der traditionsreichsten Plätze der Niederlande vier Wettkampfrunden auf höchstem Niveau durch eine bogeyfreie Schlussrunde mit einem soliden 23. Platz abgeschlossen hat, behielt trotz riesigen Drucks die Nerven und lochte zum Birdie ein. Die Last, nach einer eher unglücklich verlaufenen Saison doch noch den Klassenerhalt geschafft zu haben, fiel vom gesamten Team um Kapitän Malte Alberts ab.
Vor dem Spieltag war klar, dass Heidhausen nur mit einer Top-Leistung den Sprung ans sichere Ufer schaffen kann, wenn gleichzeitig reichlich Schützenhilfe von anderen Clubs kommt. Lange Zeit waren die Scores in den Einzeln und auch noch anfangs bei den Vierern so tief, dass Trainer Raffael Schöning relativ entspannt zuschauen konnte, was seine Schützlinge spielen. Doch plötzlich tauchte der Dortmunder GC in der Tageswertung knapp vor dem GC Essen-Heidhausen auf und es war nicht mehr viel Golf zu spielen. Es war klar, dass der Vierer, in dem Max Pieck mit Kurt Welt spielte, die Kohlen aus dem Feuer holen muss. Aber genau in diesem Vierer lief es lange nicht rund und so lag das Duo nach 17 Löchern bei zehn Schlägen über Par. Auf der letzten Bahn musste ein Birdie her, um den Abstieg zu vermeiden. In dieser Gewissheit rissen sich die Athleten zusammen und lieferten damit die Punktlandung, die der Mannschaft doch noch den zweiten Platz im Tagesergebnis und damit die Klassenerhalt sicherte.
Kapitän Malte Alberts, der nach 14 Jahren dieses Amt abgeben wird, rang kurz nach diesem Ritt auf der Rasierklinge nach Worten: „Die Jungs haben den Glauben an das Mögliche nicht aufgegeben und trotz der mehr als durchwachsenen Saison auch auf dem schweren Terrain nochmal versucht, ihr Bestes zu geben. Am Ende hat es diesmal dann glücklicherweise zum zweiten Platz für den Spieltag gereicht. Jetzt heißt es, Mund abputzen, diese Saison analysieren und dann schauen, was im nächsten Jahr in der 2. Bundesliga machbar ist. Als scheidender Kapitän wünsche ich nach 14 Jahren dem Team für das kommende Jahr alles Gute!“
Trainer Raffael Schöning war der Blick in die Zukunft nach diesem Saisonfinale sehr wichtig: „Das war unglaublich spannend! Ich bin von den Gefühlen total überwältigt. Das war so unfassbar knapp. Dass die Jungs unter dem Druck so cool bleiben und den entscheidenden Putt lochen, das ist phänomenal. Insgesamt war das eine enorm enge Saison. Dieses Finish spiegelt eigentlich die ganze Saison wider. Fünf Spieltage, so viele Partien und am Ende kommt es auf einen einzelnen Schlag an, ob wir an Köln vorbeiziehen und oder Kürzeren ziehen. Die Liga war unglaublich stark besetzt. Der GC Main-Taunus hat eine richtig gute Mannschaft und steht zurecht im Aufstiegsspiel. Die waren in der Breite einfach deutlich stärker als alle anderen. Dortmund hatte auch eine starke Mannschaft. Wir konnten nur an guten Tagen mithalten, die Konstanz hat bei uns aber gefehlt. Wir hatten jetzt eine Umbruchsaison, mussten viele neue Spieler integrieren und neue Paarungen in den Vierern finden. Es sind Spieler gegangen, die nicht auf Anhieb zu ersetzen waren. Und auch bei unseren Stammspielern befinden sich viele in persönlichen Umbruchphasen. Es gab also ganz viele Störfaktoren, sodass unsere Saison nie so richtig in einen Flow gekommen ist. Wir müssen daraus lernen, wir müssen neue Strukturen schaffen.“
Mannschaftssprecher Hendrik Stoffel betonte, wie froh die Mannschaft darüber ist, den Klassenerhalt in einer Saison geschafft zu haben, in der für das Team nicht viel gepasst hatte: „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Es sah eigentlich den ganzen Tag über relativ entspannt aus. Wir hatten immer relativ viel Abstand und die Konstellation der anderen Mannschaften passt für uns lange Zeit sehr gut.
Kurz vor Schluss ist es, nachdem wir in den Vierern einige Schläge haben liegen lassen, doch nochmal richtig eng geworden. In den Einzeln waren am Vormittag viele wirklich solide Ergebnisse dabei. Für den Platz in Halle war das eine wirklich brauchbare Vorstellung. In den Vierern haben wir dann gegenüber drei Mannschaften Schläge verloren. Wir haben auf jeden Fall für die nächste Saison ordentlich Bedarf an Veränderung. Einiges ist nicht so gelaufen, wie es hätte laufen können. Wir werden schauen, wie wir uns als Mannschaft in Zukunft aufstellen werden, um eben in der nächsten Saison dann wirklich wieder voll angreifen zu können.“
Tabelle nach dem 5. Spieltag
1. GC Main-Taunus +152 21 Punkte
2. Dortmunder GC +148 19 Punkte
3. GC Essen-Heidhausen +191 13 Punkte
4. G&LC Köln +200 13 Punkte
5. GC Teutoburger Wald +228 9 Punkte
Kader:
Janes Lombardo (Profi), Richard Schumann, Daniel Gelser, Brandon Dietzel (Profi), Maximilian Pieck, Malte Alberts, Paul Nickel, Hendrik Stoffel, Kurt Welt, Carl Glienke, Luis Reina, Alexander Fischer, Lars Fehlau, Phil McCaulley (Profi)
Trainer Raffael Schöning
Kapitän: Malte Alberts
Spieltage 2026:
1) Heimspiel im GC Essen-Heidhausen am 17. Mai
2) beim GC Main-Taunus am 31. Mai
3) beim Dortmunder GC am 14. Juni
4) beim G&LC Köln am 28. Juni
5) beim GC Teutoburger Wald am 19. Juli
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